Sparpläne verschrecken die Solarwirtschaft

Eine Wachstumsbranche sieht rot: um 15 bis 25 Prozentpunkte sollen laut Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen die Fördermittel für die Solarbranche bis zum Sommer 2010 abgesenkt werden. Zusätzlich soll in den nächsten Jahren zu der momentan im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) definierten Kürzung von jeweils neun Prozent eine bis zu zehn Prozent beschleunigte Senkung der Förderung des Solarstroms umgesetzt werden. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) fürchtet den Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen und eine Insolvenzwelle. Die vorgesehenen Kürzungen seien deutlich überzogen, so die einhellige Meinung der 800 im BSW-Solar vereinten Unternehmen und maßgeblicher Forscher. Das Ministerium müsse seine Pläne nachbessern.

Der Geschäftsführer von BSW-Solar Carsten Körnig rechnet vor, dass sich die Förderkürzung für Solarenergie vom 31.12.2009 bis zum 1.1.2011 – je nach konkreter Situation des einzelnen Unternehmens – auf 25,5 bis 55 Prozentpunkte summiere. Ein solch massiver Einschnitt nehme den deutschen Solarunternehmen ihre Geschäftsgrundlage. Es blieben ihnen dann kaum noch Investitionsspielräume, im umkämpften internationalen Markt mitzuhalten.

Experten sehen den Solarstrom dank des Wettbewerbs und auf Grund interner Kostensenkungen der Solarindustrie bereits in knapp vier Jahren in einer gegenüber den konventionellen Verbraucher-Stromtarifen konkurrenzfähigen Situation. Eine Reduzierung der Solarstromvergütung um jährlich neun bis vierzehn Prozent, wie von der Industrie im Jahr 2009 angeregt, sei so durchaus möglich. Allerdings müsse die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen gewährleistet bleiben – sei es auf dem Dach oder auf der Freifläche.

Der Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft Günther Cramer gibt zu bedenken, dass die Kürzungspläne die bisherige Klimapolitik der Bundeskanzlerin in Frage stellen. Dutzende deutsche Solarunternehmen könnten gezwungen sein, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Er fordert die Bundeskanzlerin auf, den vorgelegten Plan zur Kürzung der Solarförderung abzuändern – die deutsche Solarindustrie stünde vor großen Wachstumsmärkten im In- und Ausland, sobald sie erst einmal die Wettbewerbsfähigkeit erreicht habe.

Die deutsche Solarbranche beschäftigt circa 60.000 Arbeitnehmer und gilt als weltweit führend. Rund zehn Milliarden Euro setzte sie – ermöglicht durch die Förderung nach dem EEG – im letzten Jahr um. Diese umfangreiche Förderung war es, die – im Zusammenspiel mit den Impulsen aus der Forschung – den Boom der letzten Jahre möglich machte und die für den Zugang zu den Märkten als wichtigstes Instrument gilt.

News vom: 21.01.2010


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